Kurz gesagt

Kaltverseifung ist ein Verfahren, bei dem pflanzliche Öle bei niedriger Temperatur mit Natronlauge zu Seife reagieren. Es wird nicht gekocht. Das dabei natürlich entstehende Glycerin bleibt im Stück, und die fertige Seife reift anschließend mindestens sechs Wochen, bis sie hart und mild genug ist.

Was ist Kaltverseifung? So entsteht handgemachte Seife

Wie geht das eigentlich — und ist da nicht Lauge drin? Die zwei Fragen, die ich am häufigsten höre, wenn ich erzähle, dass ich Seife mache. Beide haben eine ehrliche Antwort verdient.

Kaltverseifung — handgemachte Naturseife im Entstehen bei All Senses Seifenmanufaktur

Wenn ich erzähle, dass ich Seife mache, kommt meistens die gleiche Frage: Wie geht das eigentlich? Und dann noch eine: Ist da nicht Lauge drin — ist das nicht gefährlich?

Beides gute Fragen. Und beide haben eine ehrliche Antwort verdient.

Was Kaltverseifung bedeutet

Kaltverseifung — auf Englisch „cold process" — ist das älteste und schonendste Verfahren, um handgemachte Seife herzustellen. Das Prinzip ist einfach: Fette und Öle reagieren mit einer Lauge (Natriumhydroxid, gelöst in Wasser). Dabei entsteht Seife und Glycerin. Das Besondere an der Kaltverseifung ist, dass keine externe Hitze zugeführt wird. Die Reaktion erzeugt ihre eigene Wärme — und genau das schont die wertvollen Inhaltsstoffe der Öle.

Schritt für Schritt: So entsteht eine Seife bei All Senses

Am Anfang steht die Rezeptur. Ich berechne für jede Seife genau, wie viel Lauge die verwendeten Öle brauchen — und ziehe dann bewusst einen Teil ab. Dieser Anteil bleibt als unverseiftes Öl in der Seife und pflegt die Haut beim Waschen. Das nennt man Überfettung, und bei meinen Seifen liegt sie zwischen 5 % und 12 %.

Im ersten Schritt wiege ich die festen Fette ab — Kokosöl, Sheabutter, je nach Rezept auch Rindertalg oder Bienenwachs — und schmelze sie langsam. Die flüssigen Öle wie Olivenöl, Rizinusöl oder Kürbiskernöl kommen dann dazu. Parallel löse ich die Lauge in Wasser (oder je nach Seife in Dunkelbier — wie bei meiner Abendmalz) auf. Das muss unter dem Abzug passieren, mit Schutzbrille und Handschuhen, weil die Lösung stark alkalisch ist und Dämpfe entstehen.

Wenn beide Mischungen die richtige Temperatur haben, gieße ich die Lauge langsam in die Ölmischung und mixe mit dem Stabmixer. Irgendwann verändert sich die Konsistenz — die Masse wird dicker, puddingähnlich. Das ist der sogenannte „Trace". Jetzt kommen die ätherischen Öle dazu, die Tonerde oder Aktivkohle für die Farbe, und die Blüten oder Samen für die Dekoration.

Dann gieße ich alles in die Form und decke sie ab. 24 bis 48 Stunden später kann ich die Seife aus der Form lösen und in einzelne Stücke schneiden.

Warum sechs Wochen Reifezeit?

Frisch geschnittene Seife sieht fertig aus — ist sie aber nicht. Die Verseifung läuft nach dem Gießen weiter, und die Seife muss mindestens sechs Wochen an der Luft reifen. In dieser Zeit wird sie härter, milder und ergiebiger. Jede Seife, die ich versende, hat diese Reifezeit hinter sich. Die ersten zehn Seifen entstanden in fünf Monaten mit mehr als 20 Testgüssen — Produktentwicklung ist für mich ein fortlaufender Prozess, kein Projekt mit Enddatum.

Und die Lauge? Ist die noch in der fertigen Seife?

Nein. Durch die Verseifung wird die Lauge vollständig verbraucht. In der fertigen Seife ist kein Natriumhydroxid mehr enthalten. Was bleibt, sind Seife, Glycerin und die pflegenden, unverseiften Öle.

Kaltverseifung vs. industrielle Herstellung

Bei der industriellen Seifenproduktion wird unter hoher Temperatur und Druck gearbeitet. Das Glycerin — ein natürlicher Feuchtigkeitsbinder — wird herausgezogen und separat verkauft. Synthetische Zusätze, Konservierungsstoffe und Palmöl werden hinzugefügt. Das ist effizienter und billiger, aber das Ergebnis ist ein anderes Produkt.

Kaltverseifung dauert länger, kostet mehr und verlangt Sorgfalt bei jedem einzelnen Stück. Aber genau das macht den Unterschied aus, den man auf der Haut spürt.

Welche Öle verwende ich — und warum?

Jedes Öl bringt andere Eigenschaften in die Seife. Kokosöl macht sie fest und schäumend, aber es trocknet die Haut aus, wenn man zu viel davon verwendet. Olivenöl sorgt für Milde und pflegt — braucht aber lange zum Reifen. Rizinusöl ist für den Schaum zuständig: schon ein kleiner Anteil macht den Unterschied. Ich kombiniere diese Basisöle je nach Rezeptur mit Sheabutter, Kakaobutter, Kürbiskernöl (besonders schön in meiner Wacholderwald & Kürbiskern) oder Rapsöl.

Für jede Seife berechne ich die Laugemenge neu — mit einem sogenannten Laugenrechner, der auf den spezifischen SAP-Werten jedes Öls basiert. Das klingt nach Chemie, und das ist es auch. Genau deshalb nehme ich jeden Testguss ernst: Für die ersten zehn Seifen habe ich mehr als 20 Testchargen gemacht, bevor ich mit einer Rezeptur zufrieden war.

Was passiert in der Reifezeit wirklich?

Frisch gegossene Seife hat noch einen hohen pH-Wert — sie ist stark alkalisch und würde auf der Haut brennen. Erst während der Reifezeit gleicht sich das aus. Der pH sinkt, die Seife wird milder, und das überschüssige Wasser verdunstet. Was nach sechs Wochen übrig bleibt, ist kompakter, härter und ergiebiger als eine frische Seife.

Ich lagere meine Seifen auf Holzgittern, mit genug Abstand zwischen den Stücken, damit die Luft zirkulieren kann. Einmal pro Woche drehe ich sie um. Manche Sorten bekommen in dieser Zeit noch eine natürliche Schicht — den sogenannten Soda Ash, ein weißlicher Belag, der beim Aufschneiden entsteht und vollkommen unbedenklich ist. Bei manchen Rezepturen plane ich ihn sogar bewusst ein, weil er schön aussieht.

Warum ich die Kaltverseifung anderen Methoden vorziehe

Es gibt noch andere Methoden der Seifenherstellung: die Heißverseifung, die Melt-and-Pour-Methode, oder die Verwendung fertiger Seifenbasen. Ich habe alle ausprobiert. Zurückgekehrt bin ich jedes Mal zur Kaltverseifung — weil sie mir die meiste Kontrolle über Zutaten und Ergebnis gibt. Ich wähle jedes Öl selbst aus, berechne jede Laugemenge selbst, und ich weiß genau, was am Ende in der Seife steckt.

Melt-and-Pour-Basen sind praktisch, aber ich weiß nicht, was vorher in die Basis geflossen ist. Heißverseifung geht schneller, aber die Hitze verändert die Zutaten. Kaltverseifung ist langsam und erfordert Geduld — dafür ist das Ergebnis das, was ich mir vorgestellt habe.

Das ist auch der Grund, warum meine ersten zehn Seifen mehr als 20 Testgüsse gebraucht haben. Nicht weil das Verfahren kompliziert ist, sondern weil ich jede Rezeptur so lange verfeinert habe, bis sie genau das tut, was ich von ihr erwartet habe. Jede Seife hat ihre eigene Zusammensetzung, ihren eigenen Charakter — und die hat sich nicht beim ersten Versuch ergeben.

Kaltverseifung und Nachhaltigkeit — was wirklich dahintersteckt

Ein Aspekt, der mich von Anfang an an der Kaltverseifung überzeugt hat, ist der Umgang mit Ressourcen. Da ich Zutaten und Mengen selbst wähle, kann ich konsequent auf Palmöl verzichten — eine bewusste Entscheidung, die ich bei jeder meiner zehn Seifen getroffen habe. Alle meine Naturseifen sind palmölfrei.

Auch die Verpackung ist ein Teil dieses Gedankens: Meine Seifen kommen ohne Plastik aus. Das Papier, in das jede Seife eingeschlagen wird, ist recyclebar. Wer auf einen zero waste Badezimmeralltag umstellen möchte, findet in fester Naturseife einen einfachen ersten Schritt — kein Plastikbehälter, kein Pumpenspender, keine Verpackung, die im Gelben Sack landet.

Kaltgesiedete Seife hat außerdem eine deutlich längere Haltbarkeit als Flüssigseife — richtig gelagert (trocken, belüftet, aus der Wasserzone) hält ein Stück viele Monate. Das bedeutet: weniger Nachkaufen, weniger Verpackung, weniger Ressourcenverbrauch insgesamt. Nachhaltig ist kaltgesiedete Seife also nicht nur durch das, was in ihr steckt — sondern auch durch das, was nicht notwendig ist.

Jedes Stück, das in meinem Shop liegt, hat diesen Weg hinter sich — von der Rezeptur über den Trace bis zur sechswöchigen Reifezeit. Ich notiere bei jeder Charge die Zusammensetzung, die Temperatur beim Einfüllen, wie schnell der Trace eintritt und wie die fertige Seife nach dem Reifen aussieht. Das ist keine Wissenschaft — aber es ist handwerkliches Wissen, das sich nach und nach aufbaut. Genau deshalb ist jede Seife ein bisschen anders, und genau das mag ich daran.

Ehrlich gesagt nehme ich meine eigenen kalt gerührten Seifen inzwischen jeder Seife aus dem Laden vor — der Unterschied auf der Haut ist für mich zu deutlich, um zurückzugehen. Am liebsten mag ich eine Überfettung um die 5 %: mild, aber nicht zu reichhaltig. Im Winter oder wenn deine Haut zu Trockenheit neigt, lohnt sich ruhig ein höherer Wert — meine Hafergold kommt auf 8% und ist komplett duftstofffrei, ideal für empfindliche Haut. Für alle, die einen Duft bevorzugen: Lavendellicht (5% Überfettung, beruhigend) oder Minze & Lemongrass (7%, belebend).

Wenn du wissen willst, was handgemachte Naturseife sonst noch von Industrieseife unterscheidet, habe ich dazu einen eigenen Beitrag geschrieben: Naturseife vs. Industrieseife. Und in meinen häufigen Fragen findest du Antworten zu Überfettung, pH-Wert und Inhaltsstoffen.

Häufige Fragen zur Kaltverseifung

Ist in der fertigen Seife noch Lauge enthalten?

Nein. Durch die Verseifung wird die Lauge vollständig verbraucht — in der fertigen Seife ist kein Natriumhydroxid mehr enthalten. Was bleibt, sind Seife, Glycerin und die pflegenden, unverseiften Öle.

Warum muss Naturseife sechs Wochen reifen?

Frisch geschnittene Seife sieht fertig aus, ist es aber nicht. Die Verseifung läuft nach dem Gießen weiter, und in den mindestens sechs Wochen Reifezeit wird die Seife härter, milder und ergiebiger. Jede Seife, die ich versende, hat diese Zeit hinter sich.

Was Überfettung bedeutet

Überfettung heißt, dass ich absichtlich mehr Öl in die Rezeptur gebe, als die Lauge verseifen kann. Der Rest bleibt als freies, pflegendes Fett in der fertigen Seife. In der Fachsprache heißt das Superfat oder Rückfettung.

Ich rechne die Überfettung über den sogenannten Laugenrabatt: Ich reduziere die Menge Natronlauge um einen bestimmten Prozentsatz gegenüber dem, was rechnerisch nötig wäre. Fünf Prozent Rabatt heißen fünf Prozent Überfettung. Der andere gängige Weg wäre, das Pflegeöl erst am Ende zuzugeben, aber dabei lässt sich nie sicher sagen, welches Öl tatsächlich unverseift bleibt. Mir ist die berechenbare Variante lieber.

Je höher die Überfettung, desto milder und cremiger fühlt sich die Seife an, aber desto weicher wird sie auch und desto schneller braucht man sie auf. Deshalb gibt es bei mir keinen Einheitswert: Meine Rezepturen liegen je nach Sorte zwischen 5 und 12 Prozent. Eine Seife, die vor allem reinigen soll, braucht weniger. Eine, die für trockene Haut gedacht ist, mehr. Welche meiner Seifen besonders mild eingestellt sind, steht im Artikel über Naturseife bei empfindlicher Haut.

Wie Farbe und Duft in die Seife kommen

Die Farbe kommt bei mir aus Tonerden und Pflanzenpulvern, der Duft aus ätherischen Ölen. Keine Pigmentpasten, kein Micaglimmer, kein Parfumöl aus dem Labor.

Tonerden sind mineralisch und lauge­stabil, das ist der entscheidende Punkt. Eine kalt gerührte Seife durchläuft in den ersten Stunden einen stark alkalischen Zustand, und viele natürliche Farbstoffe halten dem nicht stand. Rote Beete wird braun, Kurkuma verschiebt sich ins Orange, Spirulina verblasst. Weiße und rote Tonerde, Aktivkohle oder Kakaopulver dagegen bleiben, wie sie sind. Wie Aktivkohle wirkt und was sie nicht kann, habe ich im Artikel über Aktivkohle in Naturseife aufgeschrieben.

Beim Duft ist es ähnlich heikel. Ätherische Öle sind flüchtig, und manche verlieren in der Seife deutlich an Kraft. Zitrusöle verfliegen am schnellsten, Zirbe, Lavendel und Weihrauch halten am längsten. Ich dosiere innerhalb der Grenzwerte, die sich aus der Sicherheitsbewertung nach EU-Kosmetikverordnung ergeben, denn ätherische Öle sind hochkonzentriert und nicht harmlos, nur weil sie natürlich sind. Mehr dazu steht unter ätherische Öle in Naturseife, und warum echter Lavendel nicht dasselbe ist wie Lavandin, erkläre ich in Lavendel in der Seife.

Warum in meinen Rezepturen kein Palmöl steckt

Palmöl macht Seife hart, ergiebig und billig. Genau deshalb steckt es in fast jeder industriellen Seife. In der Zutatenliste steht es als Sodium Palmate oder Sodium Palm Kernelate.

Ich habe darauf verzichtet, und das war rezepturtechnisch die unbequemere Entscheidung. Härte muss dann aus Kokosöl und aus einem hohen Olivenölanteil mit langer Reifezeit kommen, und beides kostet mehr. Warum ich es trotzdem so mache und woran du Palmöl in fremden Produkten erkennst, steht in palmölfreie Seife.

Welchen pH-Wert hat kalt gerührte Seife?

Eine fertige, ausgereifte Naturseife liegt bei einem pH-Wert von etwa 8 bis 10, also im leicht alkalischen Bereich. Das ist keine Schwäche des Verfahrens, sondern gehört zur Seife dazu: Ohne Alkalität gäbe es keine Verseifung und damit keine Seife.

Frisch gegossen liegt der Wert deutlich höher, teilweise über 12. In den sechs Wochen Reifezeit sinkt er, weil die Verseifung vollständig abläuft und überschüssiges Wasser verdunstet. Genau deshalb prüfe ich am Ende der Reifezeit und nicht davor.

Die Haut selbst liegt bei etwa 5,5. Nach dem Waschen mit Seife stellt sie diesen Wert bei gesunder Hautbarriere innerhalb von ein bis zwei Stunden wieder her. Wer nach einem Waschstück mit hautneutralem pH sucht, landet zwangsläufig bei Syndets, also bei synthetischen Tensiden, die man dafür extra einstellt. Das ist eine legitime Wahl, es ist nur eben keine Seife mehr. Was hinter dem Begriff „ohne Chemie\" wirklich steckt, habe ich in Seife ohne Chemie aufgeschrieben.

Kann man Kaltverseifung zu Hause machen?

Ja, das lässt sich lernen, aber es ist kein spontanes Sonntagsprojekt. Man arbeitet mit Natronlauge, und die ist stark ätzend. Schutzbrille, lange Ärmel und Handschuhe sind Pflicht, ebenso ein gut gelüfteter Raum, denn beim Anrühren entstehen Dämpfe. Die Lauge wird immer in das Wasser gegeben und nie umgekehrt, sonst kann die Mischung schlagartig überkochen.

Der zweite Punkt ist die Rechnerei. Jedes Öl braucht eine andere Menge Natriumhydroxid, um vollständig zu verseifen. Ohne Seifenrechner geht gar nichts, und wer eine Rezeptur abwandelt, muss neu rechnen. Eine Seife mit zu wenig Öl bleibt ätzend, eine mit viel zu viel Öl wird schmierig und ranzig.

Und dann kommt noch etwas dazu, das viele unterschätzen: Sobald du selbstgemachte Seife verschenkst, ist das noch privat. Sobald du sie verkaufst, gilt sie als kosmetisches Mittel und braucht Sicherheitsbewertung, CPNP-Notifizierung, Kennzeichnung und Gewerbeberechtigung. Ich habe für meine zehn Rezepturen fünf Monate und über zwanzig Testgüsse gebraucht, bevor eine einzige davon verkauft werden durfte. Sicherheitsbewertung, CPNP-Notifizierung, Kennzeichnung und Gewerbeberechtigung gehören dann alle dazu.

Was auf einer Naturseife stehen muss

Auf jeder verkauften Seife müssen die Inhaltsstoffe in INCI-Schreibweise stehen, dazu Nettofüllmenge, Chargennummer, Haltbarkeit und die verantwortliche Person mit Anschrift. Das schreibt die EU-Kosmetikverordnung 1223/2009 vor, und sie gilt für die kleinste Manufaktur genauso wie für den größten Konzern.

INCI heißt International Nomenclature of Cosmetic Ingredients und sieht auf den ersten Blick abschreckend aus. Olivenöl steht dort als Olea Europaea Fruit Oil, Kokosöl als Cocos Nucifera Oil, verseiftes Olivenöl als Sodium Olivate. Das klingt nach Labor, ist aber nur eine einheitliche Sprache, damit eine Liste in Wien dasselbe bedeutet wie in Lissabon. Die vollständige Liste steht bei mir auf jeder Banderole und in jeder Produktbeschreibung im Shop.

Wie du eine kalt gerührte Seife aufbewahrst

Kalt gerührte Seife will trocknen dürfen. Weil das Glycerin im Stück bleibt und Wasser aus der Luft anzieht, wird eine Naturseife in einer geschlossenen Schale oder in einer Pfütze weich und verbraucht sich schnell.

Eine Schale mit Ablauf und ein luftiger Platz reichen völlig. Ungeöffnete Stücke lagerst du am besten dunkel und kühl, dann werden sie mit der Zeit sogar härter und ergiebiger. Alles Weitere, inklusive der Frage, woran man ranzige Seife erkennt, steht in Naturseife richtig lagern.

Häufige Fragen zur Kaltverseifung

Wie lange dauert die Kaltverseifung insgesamt?

Das Rühren und Gießen dauert etwa zwei Stunden. Danach bleibt der Block einen Tag stehen, wird geschnitten und reift mindestens sechs Wochen. Von der ersten Abwaage bis zum verkaufsfertigen Stück vergehen also rund sieben Wochen.

Was ist der Unterschied zwischen Kalt- und Heißverseifung?

Bei der Heißverseifung wird die Masse gekocht, dadurch ist die Verseifung nach wenigen Stunden abgeschlossen und die Seife sofort verwendbar. Die Hitze verändert allerdings die Öle und macht die Textur gröber. Bei der Kaltverseifung passiert alles bei niedriger Temperatur, dafür braucht es Geduld.

Ist in der fertigen Seife noch Lauge?

Nein. Nach vollständiger Verseifung ist keine freie Natronlauge mehr vorhanden, sie hat sich chemisch in Seife und Glycerin umgewandelt. Genau dafür ist die Reifezeit da, und genau deshalb wird am Ende der pH-Wert geprüft.

Warum ist jede Charge ein bisschen anders?

Weil Naturprodukte schwanken. Olivenöl aus zwei Ernten ist nicht identisch, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit verändern den Verlauf, und ein von Hand geschnittenes Stück hat immer eine eigene Kante. Die Rezeptur bleibt gleich, das einzelne Stück ist es nicht ganz.

Wie ein Rührtag bei mir abläuft

Ein Rührtag beginnt mit Aufräumen. Die Arbeitsfläche muss leer sein, alles Nötige griffbereit, denn ab dem Moment, in dem die Lauge angesetzt ist, kann ich nicht mehr zwischendurch etwas suchen gehen.

Dann wiege ich ab. Jedes Öl einzeln, auf das Gramm genau, auf einer geeichten Waage. Die Ölmischung wird vorsichtig erwärmt, bis die festen Fette geschmolzen sind. Parallel setze ich die Lauge an und lasse sie abkühlen, denn beim Auflösen wird sie sehr heiß. Beide Komponenten sollen sich am Ende auf ähnlicher Temperatur treffen, sonst verläuft die Verseifung ungleichmäßig.

Beim Zusammenrühren kommt der Moment, den man in Videos nie richtig erkennt: der Andicken-Punkt, an dem die Masse von flüssig zu puddingartig wechselt. Ab da bleiben mir wenige Minuten, um Tonerde und ätherische Öle einzurühren und zu gießen. Wer zu lange zögert, gießt Klumpen. Wer zu früh gießt, bekommt Schichten, die sich später trennen. Dieses Gefühl lässt sich nicht nachlesen, das bekommt man nur durch Wiederholung. Bei mir hat es rund zwanzig Testgüsse gebraucht, bis ich mich darauf verlassen konnte.

Danach wird der Block zugedeckt und bleibt einen Tag in Ruhe. Am nächsten Tag schneide ich ihn von Hand, beschrifte die Charge und stelle die Stücke ins Regal. Und dann passiert sechs Wochen lang scheinbar nichts, während in Wirklichkeit alles passiert.

Warum handgemachte Seife mehr kostet

Der Preisunterschied entsteht durch drei Dinge: die Öle, die Reifezeit und die Handarbeit. Ein Stück Supermarktseife kostet unter einem Euro, meine kosten 8,90 Euro.

Der größte Posten sind die Rohstoffe. Olivenöl, Sheabutter und Rizinusöl kosten ein Vielfaches von Palmöl, und ätherische Öle sind gegenüber synthetischem Parfum ein eigener Kostenblock. Bei manchen Sorten macht ein einziger Rohstoff den halben Materialpreis aus, echtes Zirbenöl zum Beispiel.

Der zweite Posten ist Zeit, und die sieht man nicht. Sechs Wochen Reifezeit heißen sechs Wochen Regalfläche und sechs Wochen, in denen das Material bezahlt, aber nichts verkauft ist. Industriell wird deshalb heiß verseift oder direkt zu Syndets gegriffen: beides ist am selben Tag verpackbar.

Der dritte Posten ist jeder einzelne Handgriff. Abwiegen, rühren, gießen, schneiden, beschriften, verpacken, und dazu die Sicherheitsbewertung und die CPNP-Notifizierung, die pro Rezeptur anfallen und nicht pro Stück. Bei zehn Sorten summiert sich das. Dafür hält ein Stück bei normalem Gebrauch mehrere Wochen, und du weißt, wer es gemacht hat.

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Dieser Artikel ist der Ausgangspunkt. Wenn dich ein einzelner Aspekt genauer interessiert, findest du ihn hier:

Alle All Senses Seifen wurden gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG Nr. 1223/2009) durch eine unabhängige Sicherheitsbeurteilung geprüft und im europäischen CPNP-Portal notifiziert.

Beatrix Fodor-Kovács

Beatrix Fodor-Kovács

Seifensiederin & Gründerin, All Senses Seifenmanufaktur

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