Kurz gesagt

Echte Lavendelseife duftet nach ätherischem Öl von Lavandula angustifolia, dem echten Lavendel. Lavandin ist ein Hybrid, riecht schärfer und ist deutlich günstiger. Lavendelparfum ist synthetisch. Auf der Verpackung erkennst du den Unterschied am INCI-Namen Lavandula Angustifolia Oil.

Lavendel in der Seife: Mehr als nur ein Duft

Echte Lavendelseife riecht nach Lavandula angustifolia — nicht nach Lavandin oder Lavendelparfum aus dem Labor. Ich erkläre den Unterschied, wie viel Lavendelöl in eine Seife kommt und warum die Lavendellicht fünf Monate Entwicklungszeit gebraucht hat.

Lavendelseife Lavendellicht der All Senses Seifenmanufaktur mit getrockneten Lavendelblüten

Lavendel in der Seife — das bedeutet: echtes ätherisches Öl aus Lavandula angustifolia, gewonnen durch Wasserdampfdestillation aus frisch geernteten Blütenähren, eingearbeitet in eine kaltverseiffte Naturseifenbasis und mindestens sechs Wochen gereift. Keine Aromaöle, kein synthetisches „Lavendelparfum", kein Blumenduft aus dem Labor. Was in der Lavendellicht steckt, ist die echte Pflanze — in konzentrierter, haltbarer Form.

Ich bin Beatrix Fodor-Kovacs, Gründerin der All Senses Seifenmanufaktur in Wien. Ich entwickle handgemachte Naturseifen nach dem Kaltverseifungsverfahren — palmölfrei, plastikfrei verpackt, CPNP-notifiziert nach EU-Kosmetikverordnung (VO 1223/2009). In diesem Beitrag erkläre ich alles, was du über Lavendel in der Seife wissen solltest: von der Pflanze bis zum fertigen Stück, vom Anbaugebiet bis zur Dosierung. Und ich erzähle dir, wie die Lavendellicht entstanden ist — und warum ich mehr als fünf Monate und über zwanzig Testgüsse dafür gebraucht habe.

Lavendel — eine kurze Geschichte

Lavandula angustifolia — der echte Lavendel — hat eine Jahrtausende lange Geschichte in Medizin und Körperpflege. Die Römer nutzten Lavendel zum Parfümieren von Bädern und Wäsche; der Name leitet sich vom lateinischen „lavare" (waschen) ab. Kein anderes ätherisches Öl ist in der Geschichte so eng mit dem Waschen und der Körperpflege verbunden wie Lavendel. Im Mittelalter wurde er in Klostergärten angebaut und als Heilpflanze gegen Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und nervöse Unruhe eingesetzt. In der Entwicklung der modernen Aromatherapie war Lavendel das erste und wichtigste Öl — der französische Chemiker René-Maurice Gattefossé beschrieb in den 1930er Jahren, wie Lavendelöl eine Verbrennung an seiner Hand heilte, und legte damit den Grundstein für die wissenschaftliche Aromatherapie.

Heute wird Lavendel vor allem im Mittelmeerraum angebaut. Die größten und bekanntesten Anbaugebiete: Südfrankreich (Haute-Provence), Kroatien, Spanien, Bulgarien. Die Ernte findet im Juli und August statt, wenn die Ähren zu blühen beginnen — genau zu diesem Zeitpunkt ist der Ölgehalt in den Blüten am höchsten. Wer zu früh erntet, bekommt weniger Öl. Wer zu spät erntet, verliert an Qualität. Das Erntezeitfenster ist schmal, und erfahrene Lavendelbauern wissen das.

Lavendel vs. Lavandin: Der Unterschied in der Seife

Das ist einer der wichtigsten Punkte, wenn es um Lavendel in Naturseife geht — und der, über den am wenigsten gesprochen wird. Im Handel gibt es zwei Lavendeltypen, die regelmäßig verwechselt oder absichtlich nicht unterschieden werden.

Lavandula angustifolia (echter Lavendel, auch Echter Berglavendel) wächst auf höheren Lagen ab etwa 800 Metern Höhe. Das Öl ist feiner, komplexer in seinem Duftprofil und kostet deutlich mehr. Es enthält vor allem Linalool und Linalylacetat — das sind die beiden Hauptbestandteile, die für die charakteristische, ruhige, blumig-krautige Note und die als hautberuhigend bekannten Eigenschaften verantwortlich sind. Echter Lavendel wird von Hand geerntet, wächst langsam, trägt wenig Öl pro Pflanze.

Lavandin (Lavandula x intermedia) ist eine Hybridpflanze — eine Kreuzung aus echtem Lavendel (Lavandula angustifolia) und Speicklavendel (Lavandula latifolia). Lavandin wächst auch in niedrigeren Lagen und breiteren Klimazonen, trägt zwei- bis dreimal so viel Öl pro Pflanze wie echter Lavendel und ist entsprechend günstiger in der Produktion. Das Öl riecht ähnlich wie echter Lavendel — blumig, warm, lavendelvertraut — hat aber einen höheren Kampfer-Anteil. Das macht Lavandinöl etwas schärfer und weniger fein. In vielen Drogerieseifenprodukten, Massenangeboten und auch in günstigeren Naturseifen kommt Lavandin zum Einsatz, weil es sich wirtschaftlich rechnet.

In der Lavendellicht aus der All Senses Seifenmanufaktur verwende ich ausschließlich echtes Lavandula angustifolia-Öl — kein Lavandin, kein Gemisch, kein synthetisches Lavendelparfum. Das ist eine bewusste Entscheidung, die sich im Preis widerspiegelt. Und im Duft — wenn du einmal nebeneinander gerochen hast, willst du nicht zurück zum Lavandin.

Wie viel Lavendelöl kommt in eine Seife?

Das ist eine Frage, die ich häufig bekomme — und die eine konkrete Antwort verdient. In handgemachter Naturseife nach dem Kaltverseifungsverfahren liegt die übliche Dosierung für ätherische Öle bei etwa zwei bis drei Prozent der Gesamtrezepturmasse. Das klingt wenig, ist aber in der Praxis die Dosierung, bei der ein echter Lavendelduft schön zur Geltung kommt, ohne zu aufdringlich zu werden. Mehr zur Dosierung und Auswahl ätherischer Öle in meinen Seifen erkläre ich im Beitrag über ätherische Öle in Naturseife.

Ich arbeite mit einer Mischung aus Lavendelöl als Hauptduft (Lavandula angustifolia Flower Oil), ergänzt durch Litsea Cubeba (Litsea Cubeba Fruit Oil) als frische Kopfnote sowie Vetiver (Vetiveria Zizanoides Root Oil) und Patchouli (Pogostemon Cablin Leaf Oil) als erdige Basisnoten. Das Mengenverhältnis habe ich über viele Testchargen optimiert: Lavendel trägt den Hauptanteil, die anderen Öle geben Tiefe und Halt.

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Ätherische Öle sind bei der Verseifung nicht vollständig stabil. Die hohen pH-Werte des frischen Seifenteigs und die Wärme der Verseifungsreaktion können einen Teil der flüchtigen Aromakomponenten abbauen. Deshalb ist die Ausgangsdosierung etwas höher als das, was man am Ende im fertigen Stück riecht. Und deshalb braucht Seife Reifezeit.

Warum Lavendellicht mindestens 6 Wochen reift

Kaltverseifung ist ein Prozess, kein Moment. Wenn Fette und Natronlauge miteinander reagieren, entsteht Seife — aber diese Reaktion braucht Zeit, um vollständig abgeschlossen zu werden. Frisch gegossene Seife ist nach 48 Stunden hart genug zum Ausformen, aber chemisch noch nicht vollständig verseift. Die restliche Natronlauge wird in den Folgewochen weiter neutralisiert. Wie das Kaltverseifungsverfahren im Detail abläuft, beschreibe ich in meinem Beitrag zur Kaltverseifung.

Ich lasse alle Seifen der All Senses Seifenmanufaktur mindestens sechs Wochen reifen — oft länger. In dieser Zeit passiert mehreres gleichzeitig: Die Verseifung schließt sich vollständig ab, der Wassergehalt sinkt auf ein stabiles Niveau (Seife mit zu viel Restfeuchtigkeit wird schnell weich und wässrig), und der Duft reift ein. Die ätherischen Öle verbinden sich tiefer mit der Seifenmatrix und der Duft wird runder, harmonischer. Eine frische Seife und dieselbe Seife nach acht Wochen riechen unterschiedlich — die gereifte riecht besser.

Das ist auch der Grund, warum handgemachte Naturseife nicht auf industriellem Niveau produziert und sofort verschickt werden kann. Qualität braucht Zeit. Diese sechs Wochen sind keine Verzögerung — sie sind Teil des Rezepts.

Wie Lavendelöl gewonnen wird

Ätherisches Lavendelöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen: Die frisch geernteten Blütenähren werden in große Destillationskessel gefüllt, Wasserdampf wird von unten hindurchgeleitet, und das ätherische Öl wird zusammen mit dem Dampf mitgetragen. Nach dem Abkühlen im Kondensator trennen sich Wasser und Öl — das Öl schwimmt oben und wird abgeschöpft. Das verbleibende Wasser ist das sogenannte Lavendelhydrolat, das ebenfalls in der Naturkosmetik eingesetzt wird.

Die benötigten Mengen sind beachtlich: Für einen Liter echtes Lavendelöl (Lavandula angustifolia) braucht man rund 120 bis 150 Kilogramm Lavendelblüten. Das erklärt den Preisunterschied zwischen echtem Lavendelöl, Lavandinöl (das zwei- bis dreimal so viel Öl pro Pflanze liefert) und synthetischen Lavendelaromen (die im Labor für einen Bruchteil des Preises hergestellt werden können). Es erklärt auch, warum eine Naturseife mit echtem Lavendelöl mehr kostet als eine Duschseife aus dem Drogeriemarkt mit synthetischem Lavendelparfum. Du zahlst nicht nur für ein Stück Seife — du zahlst für das, was drin ist.

Duftnoten — warum Lavendel mit Vetiver und Patchouli kombiniert wird

Lavendel ist, parfumistisch gesprochen, eine Herznote — er ist der Charakter des Dufts, weder eine flüchtige Kopfnote noch eine schwere Basisnote. Das bedeutet: Er tritt beim ersten Aufschäumen deutlich hervor, bleibt über die ganze Anwendung präsent und klingt dann langsam ab. Um einem reinen Lavendelduft mehr Tiefe und Haltbarkeit zu geben — und um ihn interessanter zu machen — kombiniere ich ihn mit Basisnoten.

Vetiver (Vetiveria Zizanoides Root Oil) ist erdig, warm, leicht rauchig, mit einem fast holzigen Unterton. Patchouli (Pogostemon Cablin Leaf Oil) ist ebenfalls warm, etwas süßlicher, sehr langanhaltend. Beide Basisnoten verankern den Lavendel — sie geben ihm Halt und dafür sorgen sie dafür, dass der Duft nicht schon nach dem Abspülen komplett weg ist.

Für Frische und einen hellen Einstieg sorgt Litsea Cubeba (Litsea Cubeba Fruit Oil) — eine Kopfnote mit einem zitronen-verbeneartigen Profil. Sie öffnet den Duft, bevor der Lavendel die Mitte übernimmt und die Basisnoten den Abschluss setzen.

Das Ergebnis ist ein Duft, der mit Frische beginnt, von Lavendel dominiert wird und in einem warmen, erdigen Nachhall ausklingt. Nicht monoton, nicht süßlich-klebrig, nicht über parfümiert. Ein Duft, der beim Duschen präsent ist und danach in Ruhe verblasst.

Warum Lavendellicht meine ruhigste Seife ist

Ich habe fünf Monate an der Lavendellicht gearbeitet. Mehr als zwanzig Testgüsse. Das klingt nach viel — und das ist es auch. Aber Lavendel ist eine schwierige Duftnote. Nicht weil er schwer zu verarbeiten wäre, sondern weil er so bekannt ist. Jeder kennt Lavendel. Jeder hat eine Meinung dazu. Lavendelseife gibt es überall — im Drogeriemarkt, auf dem Bauernmarkt, im Internet. Die Messlatte ist hoch.

Mein Anspruch war: eine Lavendelseife, die nicht nach Standard riecht. Die nicht süßlich-seifig ist, nicht nach Waschmittel duftet, nicht mit Lavendelduft überpowert. Eine Seife, die wirklich nach echter Lavandula angustifolia riecht — komplex, krautig, leicht herb — und dabei angenehm und alltagstauglich bleibt.

Ich habe verschiedene Lavendelöl-Qualitäten aus verschiedenen Anbaugebieten getestet. Ich habe Verhältnisse verschoben, Basisnoten ausprobiert und verworfen. Eine Version war zu schwer durch zu viel Patchouli. Eine andere zu flach ohne ausreichend Vetiver. Eine zu süßlich durch eine andere Kopfnote. Nach zwanzig-plus Versuchen hatte ich die Zusammensetzung, die ich gesucht hatte — und den Namen: Lavendellicht. Nicht Lavendel-Seife, nicht Lavendeltraum, nicht Provençal. Lavendellicht — weil der Duft hell und ruhig zugleich ist, wie Tageslicht durch ein offenes Fenster.

Das Duftbild ist das eine. Das Andere ist die Farbe: weiß und zartes Lavendelviolett durch weiße und lila Tonerde — kein synthetischer Farbstoff, keine Azofarbstoffe. Und auf der Oberfläche getrocknete Lavendelblüten als kleines haptisches Detail, das man beim Anfassen der Seife spürt und beim Duschen kurz sieht, bevor es sich löst.

Die Lavendellicht — alle Details

Die Lavendellicht ist meine Lavendel-Naturseife. Der Duft setzt sich zusammen aus: Lavendel (Lavandula angustifolia Flower Oil) als Herzduft, Litsea Cubeba (Litsea Cubeba Fruit Oil) als frische Kopfnote sowie Vetiver (Vetiveria Zizanoides Root Oil) und Patchouli (Pogostemon Cablin Leaf Oil) als Basisnoten. Die Farbe kommt von weißer und lila Tonerde. Auf der Oberfläche liegen getrocknete Lavendelblüten.

Wie alle Seifen der All Senses Seifenmanufaktur ist die Lavendellicht palmölfrei, plastikfrei verpackt und CPNP-notifiziert nach EU-Kosmetikverordnung. Die vollständige INCI-Deklaration ist auf der Verpackung angegeben und auf der Produktseite aufgeführt. Die Reifezeit beträgt mindestens sechs Wochen ab dem Gussdatum. Lavendellicht im Shop ansehen →

Für wen ist Lavendellicht?

Für alle, die Lavendel mögen — aber Lavendel, wie er wirklich riecht, nicht wie er in billigen Massenprodukten simuliert wird. Für alle, die abends ein kleines Ritual unter der Dusche suchen. Für alle, die einen Duft wollen, der nicht schreit, sondern flüstert. Für alle, die ein Stück ehrliche Pflege schätzen — mit einem Duft, der beim Aufschäumen aufgeht und nach dem Abspülen ruhig verblasst, ohne stundenlang auf der Haut zu bleiben.

Für alle, die auf ätherische Öle empfindlich reagieren: Hafergold ist die duftstofffreie Alternative aus der gleichen Kollektion. Milde Grundöle, keine ätherischen Öle, kein Parfum — ideal für sensible oder allergiegeprägte Haut.

Häufige Fragen zu Lavendel in der Seife

Enthält Lavendellicht synthetische Duftstoffe?

Nein. Die Lavendellicht aus der All Senses Seifenmanufaktur enthält ausschließlich natürliche ätherische Öle: Lavandula angustifolia Flower Oil, Litsea Cubeba Fruit Oil, Vetiveria Zizanoides Root Oil und Pogostemon Cablin Leaf Oil. Keine synthetischen Duftstoffe, kein Parfum, kein Lavendelduftöl.

Was ist der Unterschied zwischen Lavendel und Lavandin in der Seife?

Lavandula angustifolia (echter Lavendel) wächst auf höheren Lagen, liefert ein feineres, teureres Öl mit mehr Linalool und Linalylacetat. Lavandin (Lavandula x intermedia) ist eine Hybridpflanze, wächst in niedrigeren Lagen, trägt mehr Öl pro Pflanze und hat einen höheren Kampfer-Anteil — der Duft ist ähnlich, aber weniger fein. In der Lavendellicht wird ausschließlich echtes Lavandula angustifolia-Öl verwendet.

Ist Lavendel gut für empfindliche Haut?

Echtes Lavendelöl (Lavandula angustifolia) gilt als eines der mildesten ätherischen Öle und wird häufig auch für empfindliche Haut eingesetzt. Trotzdem: Wer weiß, dass er auf ätherische Öle reagiert, sollte vorher an einer kleinen Hautstelle testen. Bei bekannter starker Empfindlichkeit auf Duftstoffe ist Hafergold (duftstofffrei) die sicherere Wahl.

Weitere häufige Fragen zu Naturseife, Inhaltsstoffen und Pflege beantworte ich in der FAQ.

Alle All Senses Seifen wurden gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG Nr. 1223/2009) durch eine unabhängige Sicherheitsbeurteilung geprüft und im europäischen CPNP-Portal notifiziert.

Beatrix Fodor-Kovács

Beatrix Fodor-Kovács

Seifensiederin & Gründerin, All Senses Seifenmanufaktur

20+ Testgüsse, 5 Monate Entwicklungsarbeit, EU-CPNP notifiziert April 2026

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